Geleitet wurde dieser Tag im Auftrag der Europäischen Kommission und in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Kultusministerium von Frau Anna Sitnikowa und Herrn Christian Roth.
Zunächst wurden die drei wichtigsten Organe der EU, Parlament, Kommission und Rat, die an allen wichtigen Entscheidungsprozessen beteiligt sind, erläutert. Um die Aufgaben der EU und Gewaltenteilung besser zu verstehen, wurden wir in zwei Gruppen geteilt, in denen wir an alltäglichen Dingen wie Schokolade oder Kuscheltieren die Einflüsse der EU auf unser tägliches Leben erarbeiteten. Nach einer kurzen Pause begann dann das eigentliche Planspiel. Es wurden Gruppen mit bis zu vier Schülern ausgelost, denen bestimmte Rollen - Fraktionen im Europäischen Parlament, Minister im Rat der EU, Vertreter der EU-Kommission - zugeteilt wurden. Nun hatten die Gruppen dreißig Minuten Zeit, um sich in ihr Aufgabenfeld einzuarbeiten, wobei ihnen der zu vertretende Standpunkt und die dazugehörigen Argumente vorgegeben wurden. Danach tagten die Vertreter der Staaten im Rat und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zum ersten Mal gemeinsam, wobei die Europäische Kommission ihre Vorschläge zu den Punkten Gültigkeit, biometrische Daten und Gesundheitsüberprüfungen für eine gemeinsame Führerscheinrichtlinie machte. Anschließend zogen sich die einzelnen Gremien zurück, um für sich diese Vorschläge zu diskutieren und zu überarbeiten. Nach einer 45-minütigen Mittagspause kamen wieder alle im Plenum zusammen und der Rat der EU brachte seine Verbesserungsvorschläge ein, über die daraufhin das Europäische Parlament allein diskutierte und weitere Vorschläge erarbeitete. Sie wurden schließlich dem Rat der EU unterbreitet. Da dieser aber nicht mit allen Punkten einverstanden war, wurde in einem Vermittlungsausschussverfahren letztendlich ein Kompromiss zwischen dem Rat der EU und dem Europäischen Parlament zum Thema Führerscheinrichtlinie gefunden. Wenn man sich nicht geeinigt hätte, wären beim Planspiel sieben Stunden und in der Realität ca. drei Jahre Arbeit umsonst gewesen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Tag eine optimale Möglichkeit war, das im Unterricht bereits Gelernte durch das Nachahmen in der Praxis zu intensivieren.
Text: Anne Schreiber ( 10d ) Foto: Matthias Krauß ( 10a )
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