Platen-Gymnasium Ansbach

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Soziale Tage am Platen-Gymnasium9. Mai 2008

Die "Sozialen Tage" haben ihren festen Platz im Schulleben des Platen-Gymnasiums. Lesen Sie weiter, um neben den Erfahrungen der Schüler auch eine statistische Auswertung zu betrachten.

In eindrücklichen Berichten schildern unsere Schüler und Schülerinnen ihre Erlebnisse während der Sozialen Tage 2009:

Soziale Tage 2009 in einer Einrichtung der Lebenshilfe (Steffen)

 Angst und Neugier können so nahe aneinander liegen, das habe ich vor den sozialen Tagen deutlich gespürt. Auf der einen Seite hatte ich furchtbar Angst vor dem Ungewissen. Ich hatte ja noch nie irgendwelchen Kontakt mit Behinderten (und es war erstaunlich, wie schwer mir dieses Wort in den zwei Tagen über die Lippen kommen sollte). Andererseits war ich auch neugierig. Wie wird die Arbeit dort aussehen? Wie werden das Gebäude selbst und die Einrichtung aussehen? Wird die Arbeit schwierig und intensiv oder einfach sein? Ich wollte es herausfinden, ich habe mich ja auch angemeldet, obwohl ich ehrlich gesagt auch manchmal überlegt hatte, die ganze Aktion abzusagen. Aber ich entschied mich dagegen, ich stellte mich dieser Aufgabe - zum Glück.

Ich kam an und stand vor einem sehr modern aussehenden Gebäude. Und kaum nachdem ich es betrat, war ich schon mittendrin im Geschehen. Umgeben von behinderten Menschen, aber auch von Pflegern, die mich freundlich begrüßten. Ich grüßte zurück und sah in leuchtende Augen. Vielleicht freuen sie sich ja, dass jemand neues da ist? Die ganze Angst war zwar noch nicht weg, aber durch die willkommene Begrüßung fühlte ich mich bestärkt. Vier andere Teilnehmer der sozialen Tage waren auch hier, und als wir in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt wurden, war das ein kleiner Schock für mich. Ich war nun vollkommen auf mich allein gestellt. Ich konnte mich jetzt hinter niemandem mehr verstecken. Mit wackeligen Beinen folgte ich einem Angestellten, der mich in meine zugewiesene Gruppe führen sollte. Ich fand mich in einer Gruppe wieder, in der drei Betreuer und sieben, erwachsene Behinderte waren. Die meisten konnten nicht laufen und saßen deswegen im Rollstuhl. Außerdem waren manche nicht in der Lage, zu sprechen. Für mich stellte das zunächst ein Problem dar. Wie sollte ich mich denn mit ihnen beschäftigen? Sie können ja nur im Rollstuhl sitzen und nicht mit mir reden...

Doch ich erfuhr bald, dass sie alles andere als stumme, starre Menschen sind. Jeder von ihnen hat eine unglaublich starke Persönlichkeit. Jeder der Sieben hat Eigenschaften, die ihn einzigartig und bewundernswert machen. Ich verstand bald, dass man behinderte Menschen nicht einfach alle in einen Topf werfen darf. Bei einem Gespräch mit den Betreuern erfuhr ich, dass jeder von den Sieben schon einmal mit festen Beinen im Leben stand. Sie hatten alle schon Arbeit, Familie und führten ein normales Leben. Doch durch Unfall oder Krankheit wurden sie an dieses Leben gefesselt. In meiner Gruppe war eine Frau, die sich früher selbst für besseren Umgang mit Behinderten einsetzte. Während dieser Unterhaltung fing plötzlich ein Mann zum Weinen an, der zuvor noch nie etwas gesagt hatte. Er weinte um sein derzeitiges Leben, er weinte, dass er nun eine Last für seine Familie ist. Ein erwachsener Mensch saß neben mir, und weinte bitterlich. Ein einschneidendes Erlebnis, welches mir ein weiteres Mal verdeutlichte, dass behinderte Menschen auch Menschen sind. „Behindert sein" heißt nicht gleich „dumm sein".  Denn das sind sie auf keinen Fall!

Für mich waren die sozialen Tage eine unheimlich wichtige und gute Erfahrung. Eine Erfahrung, die einen Schüler, wie ich es bin, vielleicht etwas wach ruckelt. Eine Erfahrung, die meiner Meinung nach jeder einmal machen sollte.

 

Soziale Tage 2009 in einer Schule für Behinderte (Tim und Patrick)

Als wir von den „Sozialen Tagen" Wind bekamen, war uns sofort klar: „Wir gehen in eine Schule für Behinderte!" Am Dienstag  nach den Faschingsferien war es endlich soweit. Wir, 5 Schüler des Platen-Gymnasiums trafen uns pünktlich um 8 vor der Einrichtung. Hochmotiviert und mit voller Vorfreude betraten wir die Schule. Der Direktor erzählte uns ein wenig über die Geschichte und die Entwicklung seiner Schule und dass dort vom „Kindergarten" bis hin zur „Berufsschule" für alle Altersstufen ein Angebot besteht. Nun ging es auch schon los und er führte jeden von uns in eine eigene Klasse, in der wir die folgenden Tage verbringen sollten. Wir platzten direkt in den „Morgenkreis", der jeden Morgen um 8 abgehalten wird. Dort musste jeder Schüler seinen Namen sagen und erzählen, wie es ihm gerade gehe und was er gerne mag. Anschließend folgten Stunden wie Rechnen, Schreiben, Lesen, Religion oder Malen. Die Pädagogen brachten uns hervorragend in den Unterricht ein, was schnell zu einem guten Draht zu den Kindern führte.

Um 12.15 endete der Unterricht und die Zeit in der Tagesstätte begann. Jeder Schüler bekam etwas zu trinken und zu essen um fit für den Nachmittag zu sein. Sehr großen Wert legten die Erzieher auf die Selbständigkeit bei Tätigkeiten wie den Tisch decken, Geschirrspüler ausräumen, Tisch putzen etc. Nach vollendeter Arbeit durften die Kinder entweder im Schulhaus oder im Hof spielen. Dies war eine Herausforderung für uns Praktikanten, da uns die Kinder schon ins Herz geschlossen hatten und wir somit Spielpartner Nr.1 waren! Uns wurde auch nach 3 Std. Fußball keine Pause gegönnt. „Spielen wir weiter Fußball?" Weiter. Immer weiter.Um 16 Uhr wurden dann alle von Bussen abgeholt, die sie sicher nach Hause brachten.

Der 2. Tag gestaltete sich ähnlich wie der Vortag. Nach der Schule wurde wieder Fußball gespielt (was sonst?), Puzzles gemacht, sowie gekickert. Um 16 Uhr war es dann soweit. Die Kinder wurden abgeholt, wollten uns aber nicht gehen lassen! Erst nach vielen Versprechungen auf einen erneuten Besuch ließen sie uns traurig gehen.

Die Sozialen Tage waren auf jedenfall eine einmalige Erfahrung für uns alle, weil wir gesehen haben, was die wahren Probleme im Leben sind. Auch waren wir über die lebensfrohen Kinder überrascht, die überglücklich waren, wenn jemand mit ihnen gespielt hat.Wir bedanken uns herzlichst bei unseren Religionslehrern Herr Rupp und Frau Gatzoflias, die sich tagelang mit der Organisation und der Durchführung dieses Projekts beschäftigt haben und den Kontakt zu Sozialen Einrichtungen pflegen.Alles in allem verflogen die 2 Tage leider wie im Fluge, sodass wir hoffen, dass die nachfolgenden Jahrgänge längere Soziale Tage erleben dürfen.

 

Soziale Tage 2009 in einer Förderschule (Janina)

Anlässlich der Sozialen Tage am 3. und 4. März 2009 habe ich, zusammen mit acht anderen aus meiner Jahrgangsstufe, zwei Tage in einer  Förderschule verbracht. Wir wurden in Zweier- und Dreier-Gruppen aufgeteilt und durften dann dem Unterricht einer Klasse beiwohnen. Meine Freundin und ich waren gemeinsam in der ersten Jahrgangsstufe.

Auf den ersten Blick konnten wir keinen Unterschied zu einer normalen Grundschule erkennen. Die Schüler waren 6 bis 7 Jahre alt und die Klasse mit 14 Schülern sehr klein. Die Kinder dieser Klasse waren nicht körperlich behindert, sondern lediglich etwas langsamer oder sie hatten eine Lernschwäche. Die Lehrerin gab sich viel Mühe, uns in den Unterricht mit einzubeziehen und so durften wir in der Klasse herumgehen und den Schülern helfen, wenn sie Schwierigkeiten oder Fragen hatten. Es war durchaus schwierig, selbstverständliche Dinge zu erklären, wie zum Beispiel einem Kind klar zu machen, dass man seinen Kleber lieber nicht essen sollte. Oder ich wollte einen Jungen von dem Wunsch abbringen, ein Mädchen zu sein, das mit der rechten Hand schreiben kann.

Die Schüler zerrten manchmal an meiner Geduld, aber trotzdem waren die Tage für mich sehr interessant und schön. Es hat mich beeindruckt, was die Lehrer an dieser Schule jeden Tag leisten. Es hat auch wirklich Spaß gemacht, mit diesen Kindern zu spielen und zu basteln.

Ich würde jedem empfehlen, bei den Sozialen Tagen mitzumachen, da sie für mich persönlich eine echte Bereicherung waren. Am Anfang hatte ich zwar etwas Bedenken bei dieser Einrichtung, da ich nicht wusste, ob ich damit klarkommen würde. Ich wäre gerne noch ein paar Tage dort geblieben.

 

Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen der Sozialen Tage 2009  beigetragen haben.

Wir haben die teilnehmenden Schüler befragt und die Ergebnisse nachfolgend statistisch ausgewertet. Gewinnen Sie selbst einen Eindruck von der positiven Resonanz.

Auswertung

Die Teilnehmer der Sozialen Tage waren...

Die sozialen Tage ...

Die sozialen Tage sollen ...

 

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