Wir besuchen die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg

Exkursion der 9. Klassen am 17.03.2026

20260317 115131

„Jetzt weiß ich, warum jüdische Männer so eine Kopfbedeckung tragen.“

„In der Synagoge war so eine schöne, beruhigende Stimmung.“

„Es gibt viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen Christen, Juden und Muslimen, als ich dachte.“

„Sehr gut, dass wir da waren. Ich fand das sehr beeindruckend.“

 

So und so ähnlich klangen die Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern nach dem Besuch der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg. Rabbiner Langnas gab am 17.03. allen 9. Klässlerinnen und 9. Klässlern Informationen zum jüdischen Leben, zu den wichtigsten Elementen der Synagoge und zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Nürnberg. Dazu reichte er z.B. auch ein Stück Pergament durch die Reihen, auf dem ein mit Hand geschriebener Textausschnitt der Tora in hebräischer Sprache zu sehen war. Er erklärte die Symbole auf dem Vorhang vor dem Toraschrein und deutete die Zahl der Ge- und Verbote im Judentum als Ausdruck dafür, dass wir als Menschen an 365 Tagen rund um die Uhr mit unserem ganzen Körper und Sein vor und mit Gott leben.

Er knüpfte an Abraham an, der für Juden, Christen und Muslime gleichermaßen wichtig ist, und machte deutlich, dass es angemessen ist, sich in religiösen Räumen – egal welcher Religion – entsprechend zu verhalten. So wie niemand den König von England kumpelhaft begrüßen würde, so würde man doch wohl auch Gott, dem König aller König, selbstverständlich respektvoll begegnen.

Nachdenklich machte die Jugendlichen der Blick in der Vergangenheit. Rabbiner Langnas ließ die Jugendlichen schätzen, wie lange die Schweigephase dauern müsste, wenn für jeden der 6 Mio. Juden, die durch die Nazi-Deutschland getötet wurden, eine Schweigeminute eingelegt würde. – Es wären über 11 Jahre.
So wurde die bekannte Zahl von 6 Mio. getöteten Jüdinnen und Juden noch einmal neu gefasst und deutlich, wie unvorstellbar viele Jüdinnen und Juden in der NS-Zeit umgebracht wurden.

Nachdem Rabbiner Langnas zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortet hatte, gab er ihnen noch eine Geschichte mit auf den Weg, die ihnen deutlich machen sollte, wie wichtig es ist, dass sie Zivilcourage zeigen. Denn wenn es hart auf hart kommt, kann jeder Leben rettet. Im Extremfall so wie der Mann, der in der NS-Zeit in der Münchener Straßenbahn eine junge jüdische Frau vor der SS rettet, indem er sie als seine Ehefrau ausgab, auch wenn er dafür laut schimpfend die Dummheit „seiner“ Frau beklagte, die angeblich mal wieder ihren Ausweis zu Hause hatte liegen lassen. Der SS-Mann glaubte dem Mann und die Frau konnte unbehelligt aussteigen. – Keiner von uns muss heute solche Risiken eingehen. Aber es wäre für uns alle gut, wenn jede und jeder von uns Menschen verteidigt, die von anderen beleidigt oder diskriminiert werden. Zivilcourage tut uns als einzelnen und als Gesellschaft gut.

Bildergalerie

Zum Seitenanfang | Zurück zu 
Shortlink